WG der Religionen 2018

Produktion einer vierteiligen Doku-Serie für das Schweizer Radio und Fernsehen. In Zusammenarbeit mit den kongenialen Matthias Müller (www.mattofilms.ch) und Kamerawerk (www.kamerawerk.ch) .

Was geschieht, wenn Personen unterschiedlichsten Glaubens und verschiedenster Überzeugungen im gemeinsamen Alltag den Dialog zueinander suchen? Ein Jude, eine Buddhistin, ein Christ, eine Muslimin und ein Atheist gründen eine Wohngemeinschaft auf Zeit. Das Ziel: Die Faszination ihrer jeweiligen Überzeugungen den Mitbewohnern erlebbar zu machen.

Das Format ist ein Versuch das religiöse Miteinander der Schweiz zu thematisieren. Die Mehrheit der Gläubigen in der Schweiz lebt ihre Überzeugung friedlich und fernab jeglicher Extreme. Die mediale Berichterstattung über Religion ist allerdings oft auf Klickmaximierung aus. Das heisst, dass meist extreme Positionen thematisiert werden, zwischen denen kaum ein Dialog möglich ist.

Wir haben uns die Frage gestellt, was geschieht, wenn Menschen zusammenleben. Und einander zuhören. Ein TV-Experiment fernab von Parolendrescherei.

FRAGESTELLUNG ZU DEM FORMAT

Die Schweiz ist in Sachen Religion ein vermeintlich liberales Land, es herrscht Religionsfreiheit. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist christlich (38% röm.-kath. und 26% reformiert), über 20% sind konfessionslos. Insbesondere die Thematik Islam (Bevölkerungsanteil 5%) führt zu teils heftigen Diskussionen mit politischer Tragweite über die christlichen Grundwerte des Landes.

Freikirchen mit orthodoxem Bibelverständnis erfahren Zuwachs, insbesondere bei den jungen Leuten. Viele Menschen sympathisieren auch mit Buddhismus und Dalai Lama oder suchen ihre Spiritualität in grenzwissenschaftlichen Selbsterfahrungen. Der Schweizer darf sich seinen Glauben aus dem Warenhaus der Religionen quasi konsumgerecht selbst auswählen.

Kirche und Staat sind gesetzlich klar getrennt. Und doch sind viele religiöse Themen medial beinahe tabu. In Glaubensfragen herrscht beispielsweise ein Humor- und Satireverbot. Natürlich hat Andreas Thiels Satireversuch zum Islam unglaublich hohe Wellen geschlagen. Aber liegt das wirklich nur an dem polarisierenden Thema Islam? Solange es nicht um die Gefahr oder Dämonisierung des Islams geht, scheint Religion in der Schweiz ja kaum mehr eine Rolle zu spielen.

Durch die dominante Präsenz einer Weltreligion im medialen Zeitgeschehen stellen sich wieder vermehrt Fragen zur Rolle des Glaubens im Zusammenleben einer Gesellschaft. Auch in der Schweiz. In einem noch nie dagewesenen TV-Experiment wird dieses Zusammenleben simuliert.

  • Welche spezifischen Probleme und Chancen zeigen sich, wenn man Angehörige verschiedener Religionen in einem Haus zusammenleben lässt?
  • Welche Rolle spielt die Religion in unserer kulturellen Identität als Schweizer?
  • Welche Werte vermitteln Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus? Wie werden diese Werte in den Schweizer Alltag integriert?
  • Sind Differenzen zwischen den Kulturen glaubensbedingt?
  • Ist das Fundament moralischer Grundwerte in der Schweiz zwangsläufig christlich?

 

 

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